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Artikel vom 13.03.2011 PDF Download

Solaranlagen im Wärmemix


Bei steigenden monatlichen Grundgebühren für den Gasanschluss und Ölpreisen von über 100 $ pro Barrel fragen sich immer mehr, wie in Zukunft die gute Stube noch eine warme Stube bleiben kann. Die Dämmung bestender Gebäude bzw. Fenstertausch sind zwar sinnvolle Schritte zur Energiebedarfs Senkung - aber welche Wärmequelle ist in Voraussicht der nächsten 20 Jahre finanzierbar für den Besitzer / Mieter einer Immobilie, die nicht bereits nach Passivhaus Standard gebaut worden ist. Patenrezepte von der Stange zu niedrigen Preisen für Häuser mit 70 bis 120 Watt Wärmebedarf pro m² gibt es zur Zeit  nicht. Außerdem steht  der Interessent für eine moderne Heizungstechnik einer Vielzahl unterschiedlicher Systeme gegenüber.

 

Alternative Heizungssysteme - Thermische Solaranlage und Kaminofen

Eine Wagner Solaranlage mit 8 Kollektoren (circa 21 m²) und zwei Solarspeichern à 1000 Litern kann 40% - 60% des Wärmebedarfs eines durchschnittlichen Haushalts decken.

Der verbleibende Heizbedarf kann durch einen Kaminofen mit Wassertasche gedeckt werden. Aufgrund der großen Kollektorfläche mit ausreichend Puffervolumen ist Solar Warmwasser z.B. für die Dusche grundsätzlich ganzjährig ausreichend verfügbar. Reicht die Sonnenkraft im Sommer wider erwarten nicht aus, kann im Notfall mit solartauglichen Durchlauferhitzern preiswert auf die gewünschte Temperatur nacherhitzt werden. Somit ist dann Anfeuern des Kaminofens - gerade im Sommer - nicht notwendig. Für die Raumheizung steht die Strahlungswärme des Kaminofens und die übliche Raumheizung (Radiatoren - besser Fußbodenheizung)  - gespeist über die Solaranlage / Heizungsanbindung des Kaminofens zur Verfügung. Moderne Kaminöfen mit Wassertasche können so ausgewählt werden, daß beispielweise ein 8 kw Pellet-Kaminofen nur circa 2 kw Strahlungswärme abgibt. Damit wird ein Raum angenehm warm. Die überschüssige Wärme des Ofens fließt in die 2 Speicher á 1000 Liter und stellt damit Wärme für die anderen Räume entfernt vom Kaminofen zur Verfügung. Das Überhitzen eines Raumes, wie früher üblich bei klassischen Kohleöfen und das Frösteln in allen anderen Räumen ohne Kohleofen bleibt damit aus.

 

Dimensionierung der Heizung

Ein in der Handwerksrolle eingetragener Heizungsbauer hat gemäß der geltenden Regeln die Leistungszahl der Heizungsanlage für den jeweiligen Anwendungsfall auszuwählen. Da er für den Einbau und die ausreichende Heizleistung (auch im tiefsten Winter) haftet, liegt es in der Natur der Sache, daß die Heizungsanlage auf Extremsituationen ausgelegt wird. Dem Heizungsbauer ist dabei kein Vorwurf zu machen. Über den Sinn und Nutzen für den Hausbesitzer läßt sich kaum streiten. Es liegt in der Natur der Sache, daß eine Heizung effizient unter Volllast arbeitet. "Deutsche Heizungen" arbeiten im Laufe eines Jahres zu 90% in Teillast. Mit Leistungs-modulierenden Kesseln kann das Problem zwar verringert werden - die Maximale Auslegung des Kessels bleibt aber im Rahmen der Regeln, die der Heizungsbauer vertreten kann. Der mündige Kunde ist hier deutlich im Vorteil.

Legt der Haubesitzer selber fest, welche Materialien eingebaut werden und spricht er den Heizungsbauer frei von der Haftung für die Notwendigkeit eines dickeren Pullovers bei -25° Grad Außentemperatur - dann läßt sich eine Heizungsanlage deutlich effizienter dimensionieren. Die Raumtemperatur liegt dann vielleicht kurzzeitig mal bei nur 19° Grad anstatt der vorgesehenen 23°.

 

Wärme und Komfort haben Ihren Preis

Die Beispielhafte Solaranlage RF 2880 AR kostet als Solarpaket inkl. Zubehör circa 12.000 Euro (Fördermittel bereits abgezogen) der Pelletofen circa 3.000 Euro (je nach Designwünschen, Qualität und Leistungszahl) - dann kommt noch der Einbau dazu, wenn

man es nicht selber kann / machen möchte - 18.000 Euro Gesamtkosten sind sicherlich nicht zu hoch gegriffen. Die notwendige Pelletmenge pro Jahr bleibt bei ausreichender Hausdämmung und einer möglichst niedrigen Vorlauftemperatur der Heizung aber sehr überschaubar. Je nach Anwendungsfall  sind  15 - 50 Euro Energiekosten pro Monat und 10 - 40 kg Asche pro Jahr zu erwarten.
Unter Berücksichtigung der immer stärkeren Diskussion über aufkommende Inflation in Deutschland nährt sich der Gedanke, daß es wahrscheinlich wirtschaftlicher ist , jetzt auf einen Punkt hohe Investitionskosten zu tragen, als den Wettlauf steigender Energiepreise mitgehen zu müssen. Ein möglicher Kredit für Ihr Heizungssystem tilgt sich durch die enorme Heizkosten Ersparnis. Zudem erleichtert eine gestiegene Inflationsrate die Rückzahlung des Darlehns.
 

Fazit

Entweder wir zahlen heute viel für unseren zukünftigen Wärmebedarf oder wir zahlen morgen noch deutlich mehr.